Der GdB-Assistent wurde von der Fa. Novocron Technologies unter der Projektleitung von Theodor Widmann als gemeinsames Projekt mit dem Ziel entwickelt, Transparenz in die gutachterlich ärztliche Stellungnahme zu bringen und damit sowohl den Betroffenen als auch der Verwaltung und nicht zuletzt auch der Sozialgerichtsbarkeit schnelle Informationen zur Bewertung gutachterlicher Ergebnisse zur Verfügung zu stellen.
Beabsichtigt war, den Verfahrensablauf auf allen Ebenen transparenter und effizienter zu gestalten. Die der Entscheidung der zuständigen Behörde zugrunde liegende gutachterliche Bewertung musste auch für Laien verständlich und akzeptierbar werden, um der wachsenden Flut von Widersprüchen und Klagen zu begegnen. Staatliche Entscheidungen auf der Grundlage der nur für medizinische Sachverständige interpretierbaren Phrasen (Fachausdrücke) sind nicht mehr zeitgemäß und zementieren in vielfacher Weise obrigkeitshöriges Verhalten seiner Bürger. Will die Gesellschaft verantwortungsfähige Mitglieder, dann sollte auch in diesen Ablauf Transparenz ihren Einzug finden können. Dies gelingt jedoch nur dann, wenn Ärzte und Verwaltung die Sprache der Gesellschaft sprechen lernen. Die einzelnen Phrasen der Krankheitsbilder in den Anhaltspunkten für die ärztliche Gutachtertätigkeit (AHP) deuten schon den richtigen Weg an - nur wer veranlasst die Sachverständigen diese Sprache (Texte) auch anzuwenden? Die gutachterlichen Formulierungen sind teilweise weit weg von den verfügbaren Texten der AHP, sodass man annehmen könnte, die Begutachtung wäre ohne Wissen um die AHP formuliert und bewertet. Das führt naturgemäß zur Missbilligung durch Betroffene und deren Berater; der Widerspruch ist bereits auf dem besten Wege der Entstehung. Wir haben hier eine Lücke gesehen wohl wissend, dass wir da eine etablierte Berufsgruppe beunruhigen werden.