Sie erhalten Kindergeld wenn Sie
Für ausländische Mitbürger gilt, dass Sie dann Kindergeld erhalten können, wenn Sie eine gültige Aufenthaltsberechtigung oder Aufenthaltserlaubnis besitzen. Dies gilt jedoch nicht, wenn Sie von Ihrem Arbeitgeber zur vorübergehenden Dienstleistung nach Deutschland entsandt worden sind.
Für ein und dasselbe Kind kann immer nur eine Person Kindergeld erhalten. Es wird dem Elternteil gezahlt, der das Kind in seinen Haushalt aufgenommen hat. Ist das Kind in den gemeinsamen Haushalt von Eltern, einem Elternteil und dessen Ehegatten, Pflegeeltern, oder Großeltern aufgenommen worden, so bestimmen diese untereinander den Berechtigten. Lebt das Kind nicht im Haushalt eines Elternteils, erhält das Kindergeld derjenige Elternteil, der dem Kind laufend den höheren Barunterhalt zahlt.
Das Kind muss grundsätzlich seinen Wohnsitz in Deutschland haben. Ausnahmsweise wird für ein Kind, das im Ausland lebt, Kindergeld gezahlt, wenn es im Haushalt des Berechtigten lebt, dieser Berechtigte in Deutschland Einkommenssteuer zahlen muss und es sich um ein Land der EU bzw. des EWR handelt. Ein geringeres Kindergeld wird außerdem für Kinder im Ausland gezahlt, die Kinder eines in Deutschland lebenden Arbeitnehmers aus Marokko, der Schweiz, der Türkei, Tunesiens oder aus dem ehemaligen Jugoslawien sind.
Wenn Ihr Kind einen Arbeitsplatz sucht und arbeitslos gemeldet ist, erhalten Sie bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres Ihres Kindes Kindergeld.
Hat Ihr Kind vor Vollendung des 21. Lebensjahres den gesetzlichen Grundwehr-/Zivildienst oder einen anderen entsprechenden Dienst abgeleistet, wird für diese Zeit das Kindergeld über das 21. Lebensjahr hinaus weitergezahlt.
Sie erhalten für Ihr Kind über das 18. Lebensjahr hinaus Kindergeld, wenn es sich in
Schul- oder Berufsausbildung
befindet.
Zur Berufsausbildung gehört neben der allgemeinbildenden Schulausbildung oder einem Studium auch eine weiterführende Ausbildung oder die Ausbildung für einen künftigen Beruf.
Ein Praktikum zählt immer dann zur Berufsausbildung Ihres Kindes, wenn es nach der Ausbildungs- und Prüfungsordnung vorgeschrieben ist, oder als Zugangsvoraussetzung für die Ausbildung vorgesehen bzw. empfohlen wird oder in einem erkennbaren Zusammenhang mit dem angestrebten Berufsziel steht.
Sprachaufenthalte im Ausland zählen dann zur Berufsausbildung Ihres Kindes, wenn der Erwerb der Fremdsprachenkenntnisse nicht Ihrem Kind allein überlassen bleibt, sondern Ausbildungsinhalt und Ausbildungsziel von einer fachlich autorisierten Stelle vorgegeben wird (z.B. Besuch einer allgemeinbildenden Schule, eines Colleges, einer Universität).
In allen anderen Fällen - insbesondere bei Auslandsaufenthalten im Rahmen eines Au-pair-Verhältnisses ist die Anerkennung nur möglich, wenn Ihr Kind an einem theoretisch systematischen Sprachunterricht (mind. 10 Wochenstunden) teilnimmt.
Für Ihr über 18 Jahre altes Kind erhalten Sie Kindergeld, wenn es wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung nicht in der Lage ist, sich selbst zu unterhalten. Ihr Kind ist dann imstande sich selbst zu unterhalten, wenn es von dritter Seite Einkünfte und Bezüge erhält oder über eigene Vermögenswerte verfügt und diese ausreichen um seinen gesamten notwendigen Lebensbedarf zu bestreiten.
Ist Ihr Kind wegen seiner Behinderung über das 27. Lebensjahr hinaus außerstande sich selbst zu unterhalten, haben Sie ohne altersmäßige Begrenzung Anspruch auf Kindergeld.
Die Behinderung muss in diesem Fall schon vor Vollendung des 27. Lebensjahres vorgelegen haben.
Die Behinderung ist grundsätzlich durch eine amtliche Bescheinigung (z.B. Feststellungsbescheid des Versorgungsamtes,
Schwerbehindertenausweis
, Rentenbescheid nachzuweisen). Ist Ihr Kind länger als ein Jahr in einem Heim oder in einer Kranken- bzw. Pflegeanstalt untergebracht, genügt eine Bestätigung des für die Einrichtung zuständigen Arztes.
Nicht zu den Behinderungen zählen Krankheiten, deren Dauer im Voraus abschätzbar ist, insbesondere nicht die "akuten" Krankheiten.
Die Einkünfte und Bezüge, mit denen Ihr Kind seinen Unterhalt oder seine Berufsausbildung bestreiten könnte, dürfen ab dem Kalenderjahr 2002 nicht mehr als 7188 EURO betragen. Für jeden vollen Kalendermonat für den Sie kein Kindergeld erhalten haben, ermäßigt sich dieser Betrag um ein Zwölftel.
Durch das Flutopfersolidaritätsgesetz wurde die Steuerreform 2003 um ein Jahr hinausgeschoben. Dies hat auch Auswirkungen auf den Kindergeldanspruch.
Der maßgebliche Grenzbetrag für die Einkünfte und Bezüge eines volljährigen Kindes wird für das Jahr 2003 nicht wie geplant auf 7.428 EURO angehoben; er verbleibt bei 7.188 EURO.
Wird der Grenzbetrag von 7.188 EURO durch die Einkünfte und Bezüge Ihres volljährigen Kindes im Jahr 2003 überschritten, besteht kein Kindergeldanspruch.
|
Jahr |
Grenzbetrag in DM |
Grenzbetrag in Euro |
|
2000 |
13.500,00 |
(6.902,44) |
|
2001 |
14.040,00 |
(7.178,54) |
|
2002 |
7.188,00 |
|
|
2003 |
7.188,00 |
|
|
2004 |
7.428,00 |
|
|
2005 |
7.680,00 |
Einkünfte und Bezüge sind insbesondere
Ein Verzicht auf durch Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder sonstige Kollektivvereinbarung festgesetzte Vergütungen sowie auf Lohnersatzleistungen oder Teile von Ausbildungshilfen ist unbeachtlich.
Wenn Ihr Kind ein " " oder ein "freiwilliges ökologisches Jahr" ableistet, erhalten Sie für diese Zeit Kindergeld. Dieses Jahr kann auch im Ausland abgeleistet werden, wenn der Träger seinen Hauptsitz in Deutschland hat.
Sie erhalten ebenfalls Kindergeld, wenn Ihr Kind einen "Europäischen Freiwilligendienst für junge Menschen" im Sinne des Beschlusses Nr. 1031/2000/EG leistet.
Die Berücksichtigung eines freiwilligen, sozialen oder ökologischen Jahres beim Kindergeld ist insgesamt nur einmal bis zur Höchstgrenze bis zu 12 Monaten möglich.
Ein "Europäischer Freiwilligendienst" kann zusätzlich längstens für 12 Monate berücksichtigt werden.
Bitte übersenden Sie uns eine entsprechende Bescheinigung des Trägers.
Wenn Ihr Kind eine Berufsausbildung - im Inland oder Ausland - mangels Ausbildungsplatz nicht beginnen oder fortsetzen kann, können Sie weiterhin Kindergeld erhalten.
Voraussetzung ist, dass es Ihrem Kind trotz ernsthafter Bemühungen nicht gelungen ist, eine Berufsausbildung zu beginnen oder fortzusetzen. Kindergeld steht Ihnen ab dem Zeitpunkt zu, ab dem Ihr Kind die Ausbildung hätte beginnen können.
Während des Grundwehrdienstes oder Zivildienstes Ihres Kindes erhalten Sie kein Kindergeld.