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OFFENER BRIEF AN PATIENTINNEN UND PATIENTEN
Die Elektronische Gesundheitskarte - Was kommt da auf uns zu?
Zur Sache
ANHANG 1: Wie geht es besser und einfacher?
Statt Elektronische Gesundheitskarte: Mein Wunsch für die Erleichterung der Informationsübermittlung im Gesundheitswesen
ANHANG 2: Kampagnen-Zwischenbericht

ANHANG 1: Wie geht es besser und einfacher?

Statt Elektronische Gesundheitskarte: Mein Wunsch für die Erleichterung der Informationsübermittlung im Gesundheitswesen

Unser Praxisrechner geht seit 5 Jahren morgens für 1 Minute an das Telefonnetz. Dabei werden die Labordaten vom Vortag übertragen und von den Arzthelferinnen per Mausklick in die Elektronischen Patientenakten einsortiert. Das geht wunderbar, einfach, komplikationsfrei und effektiv, eine echte Arbeitserleichterung eben.

Ich wünsche mir nun, dass unser Praxisrechner gleich danach eine weitere Minute mit dem Netz verbunden wird: um nämlich an uns adressierte Mails von Facharztkonsultationen und Krankenhausaufenthalten abzurufen. Versendet werden diese Mails verschlüsselt über ein sicheres, vorhandenes Netz (für unseren Bereich zum Beispiel über KV-Safenet). Damit das problemlos funktioniert, haben sich die Hersteller von Arztsoftware für Praxen und Krankenhäuser endlich auf ein gemeinsames Datenformat für die Informationsübermittlung geeinigt. Die auf diese Weise empfangenen Mails werden von den Arzthelferinnen per Mausklick den Patienten zugeordnet. Das ist allemal einfacher und effektiver, als Papierbriefe in den PC einzuscannen. Und das Ganze funktioniert ohne monströsen Zentralserver und ohne Elektronische Gesundheitskarte. Und der Versand ist für viel-diktierende Fachärzte weit preisgünstiger und einfacher als der Papierbrief oder das Fax.
Mittags, nach 13 Uhr, wenn der letzte Patient der Vormittagssprechstunde versorgt ist, lehne ich mich zurück, bekomme auf Tastendruck die heute eingegangene Post angezeigt und kann sie in aller Ruhe lesen und auswerten.

Wunsch, Teil 2: Im Gesundheitswesen wird etwas optimiert, was eigentlich sowieso schon selbstverständlich und in jeder ordentlich geführten Praxis vorhanden ist: Der Hausarzt (oder ein anderer vom Patienten gewählte Arzt des Vertrauens) führt für jeden Patienten eine kurze, aber individuelle und informative Liste, die alle wichtigen Diagnosen, Operationen, sowie Allergien und Unverträglichkeiten enthält. Dazu kommen die einzunehmenden Medikamente. Die Liste aus Diagnosen und Medikamentenverordnung ist die wichtigste und unverzichtbare Basisinformation für die Patientenbehandlung und Grundlage für qualitativ gutes ärztliches Handeln, vor allem für die Vermeidung von Fehlern. Daher wird die regelmäßige Aktualisierung der Liste selbstverständlich angemessen honoriert. Änderungen auf dieser Liste dürfen nur durch den Hausarzt bzw. Arzt des Vertrauens durchgeführt werden.

Diese Individuelle Diagnosen-Medikamenten-Liste wird (außer, wenn der Patient das ausdrücklich ablehnt) automatisch mit dem quartalsmäßigen Einlesen der Chipkarte in der Hausarztpraxis auf die Chipkarte/Gesundheitskarte übertragen und steht damit bei der Vorstellung bei Fachärzten und in Krankenhäusern in digitaler Form zur Verfügung, gesichert durch PIN. Selbstverständlich kann sich der Patient die Liste jederzeit zusätzlich auf einem gewöhnlichen DIN-A4-Blatt ausdrucken lassen. Erstens soll der Patient wissen, was gespeichert ist, außerdem lässt sich der Inhalt für Notfälle auch ohne technische Ausstattung lesen.

Ich möchte behaupten: bei Vorhandensein einer aktuellen Diagnosen-Medikamenten-Liste lassen sich alle wichtigen akuten medizinischen Entscheidungen für den Patienten kompetent fällen. Wenn darüber hinaus Detailinformationen erforderlich sind, erhält man diese durch Kontaktaufnahme mit dem Hausarzt/Arzt des Vertrauens mündlich und/oder per Mail.

Und als Option: wenn der Patient das möchte, kann er sich natürlich alle seine Arztberichte per Mausklick auf einen privaten Datenspeicher laden lassen, einen USB-Stick zum Beispiel. Dann hat er seine Akte eben komplett bei sich. Das durfte er ja früher auch, nur eben in Papierform.

Arztpost per Mail über vorhandene Netze und Verfügbarkeit einer Individuellen Diagnosen- Medikamenten-Liste: das wäre relevante Verbesserung UND Arbeitserleichterung. Das ist eine schlaue, schlanke Lösung. Fuchs statt Monster, sozusagen. Haben Sie noch bessere, einfachere, effektivere Ideen?

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