Im Umgang mit Straftätern und Opfern von sexueller Gewalt sind alle gesellschaftliche Bereiche nach wie vor relativ hilflos. Die Statistik des Bundeskriminalamtes weist ca. 52 000 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung aus. Die Dunkelziffer liegt dagegen nach Feststellungen von Fachleuten bei bis zu 300.000 Fällen allein bei sexuellem Missbrauch von Kindern. Das bedeutet, dass diese Straftaten einerseits von den Strafbehörden nicht aufgeklärt und verfolgt werden, andererseits diese Straftaten auch nicht bekannt werden. Deshalb ist es besonders anzuerkennen, dass Opferschutzorganisationen wie der Weiße Ring, Frauen-Initiativen und einige Fachleute sich um diesen höchst bedenklichen und bedauerlichen Zustand kümmern. Obwohl in den Familien und im familiären Umfeld die meisten sexuellen Straftaten stattfinden, herrscht ein erschreckendes Desinteresse an Prävention und Intervention. Die Schulen meiden das Thema und die dafür zuständigen Behörden warten meist ab, bis das Leid der missbrauchten Kinder so groß ist, dass sie sich irgendwie selbst melden. Ein weiteres riesiges Problem stellt das Internet dar. Auf einem Euro-Pol Seminar in Selm wurde bekannt, dass weltweit rund 500.000 Kinder bei sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung im Internet abgebildet werden. In Euro-Pol Kreisen wird bereits von einer Explosion des Problems gesprochen, zumal europaweit nur wenige Hundert Internet-Polizisten die Kinderporno-Mafia bekämpfen.