Der Gesetzgeber hat auf diese bedrückende Situation der zunehmenden häuslichen Gewalt erfreulicherweise reagiert. Am 1.1.2002 ist das Gewaltschutzgesetz in Kraft getreten. Dieses Gesetz gibt den Opfern das Recht, zunächst in der Wohnung zu bleiben, während der Täter durch die Polizei in der Regel für ein bis zwei Wochen aus der gemeinsamen Wohnung gewiesen wird. In dieser Zeit kann das Opfer die Zuweisung eines Heimes bzw. einer Wohnung beim Familiengericht beantragen. Ob die Polizei die Täter allerdings tatsächlich aus der Wohnung weist, hängt von länderspezifischen Regelungen ab, weil die Grundlage für den Handlungsspielraum der Polizei müssen die Länder in eigener Zuständigkeit schaffen. In Nordrhein-Westfalen werden zur Durchsetzung des Hausverbotes den Tätern durch die Polizei die Wohnungsschlüssel abgenommen. Gerade für Frauen ist dieses Gesetz eine Chance, sich aus einer Gewaltbeziehung zu lösen.
Gewaltstraftaten an den Schulen in Baden-Württemberg
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Straftaten |
1997 |
1998 |
1999 |
In % |
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gegen die sex.
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165 |
112 |
147 |
-10,9 |
|
Raub |
182 |
147 |
122 |
-33,0 |
|
Schwere
|
235 |
291 |
318 |
+33,5 |
|
Leichte Körper-
|
460 |
544 |
639 |
+38,9 |
|
Bedrohung
|
133 |
147 |
166 |
+24,8 |
|
Sachbe-
|
1886 |
1955 |
2508 |
+33,0 |
|
insgesamt |
3061 |
3197 |
3901 |
+27,4 |
Obwohl es keine Verlaufsuntersuchungen oder Wiederholungsuntersuchungen zu den Täter-Opfer-Profilen gibt, lässt sich aus den statistischen Unterlagen doch folgendes herauslesen:
Täter und Opfer sind überwiegend männlichen Geschlechts. Es ist relativ häufig der Fall, dass ein Schüler der zu den Tätern gehört auch als Opfer von Gewaltakten gezählt werden muss. In Fällen sexueller Gewalt sind lediglich Mädchen oder junge Frauen Opfer. Auffällig ist auch, dass je niedriger das Bildungsniveau ist, desto häufiger ist die Form von gravierender Schulgewalt, einschließlich der Bedrohung mit einer Waffe. Der Anteil auffälliger gewalttätiger Schüler wird in den Schulen auf insgesamt durchschnittlich 3 % geschätzt. Deshalb sei an dieser Stell nochmals erwähnt, Eltern und Schüler sehen sich durch diese Situation ernsthaft bedroht.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) stellt nach einer aktuellen Auswertung der Gewaltstatistik fest, dass die Zahl der Straftaten insgesamt in Deutschland auf 6,49 Millionen gestiegen sei. Das sind 2 % Steigerung. Bemerkenswert ist dabei die Steigerung der Gewaltdelikte um 4 % auf jährlich 195.000 Straftaten. Dabei erhöhte sich die Zahl der Körperverletzungen um 6 %. Die GdP stellt fest: ein akutes Alarmsignal.